Das Kastensystem - Hinduismus, Dorfstruktur und politische Herrschaft als Rahmenbedingungen der indischen Sozialordnung

Clemens Jürgenmeyer, Jakob Rösel

Abstract


Das Kastensystem bildet seit alters eines jener Merkmale der indischen Zivilisation, die sie für fremde Beobachter ebenso wie Eroberer einzigartig, unverkennbar und schwer bestimmbar machten. Es mag deshalb als verwirrend erscheinen, dass die ohnehin schwierige Beschreibung dieser fremdartigen Sozialordnung zusätzlich mit einer Betrachtung jener religiösen, dörflichen und politischen Ordnungssysteme Indiens verknüpft wird, die gleichermaßen das Erstaunen der Europäer hervorgerufen haben. Da diese drei Ordnungssysteme aber das Kastensystem religiös legitimiert, praktisch vorausgesetzt und politisch instrumentalisiert haben, so muss diese Betrachtung diese drei zusätzlichen Ordnungsmodelle mit berücksichtigen, die sich, wie so vieles in Indien, fast ununterscheidbar wechselseitig durchdringen, begründen und stützen. Unter Berücksichtigung dieser wechselseitigen Bedingtheit und Evolution der Ordnungen sollen im Folgenden zunächst der Hinduismus, anschließend das in dem Funktionszusammenhang des Dorfes vorrangig wirksame Kastensystem, danach seine soziale Dynamik, rituelle Differenzierung und religiöse Begründung und abschließend sein Stellenwert innerhalb der traditionellen und aktuellen Herrschafts- und Wirtschaftssysteme betrachtet werden.

Schlagworte


Indien; Gesellschaftsentwicklung/Gesellschaftsstruktur; Kastensystem; Sozialer Status; Hinduismus; Ländlicher Raum; Dorf; Politische Herrschaft; Religion; Modernisierung

Volltext:

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DOI: http://dx.doi.org/10.11588/ijb.2000.0.1188

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-ijb-11884

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