Optionen für Indien und Pakistan in Kaschmir: Anatomie eines Konfliktes

Dietrich Reetz

Abstract


Gegenstand dieser Untersuchung soll das Konfliktgeschehen vom Gesichtspunkt seiner inneren Struktur, der Veränderung der Konfliktsubstanz und seiner Lösbarkeit sein. Dabei geht es bekanntermaßen um die Zugehörigkeit des ehemaligen Fürstentums Jammu und Kaschmir (im Weiteren summarisch als Kaschmir bezeichnet). Bei der Teilung des indischen Subkontinents in die unabhängigen Staaten Indien und Pakistan 1947 gab es vor allem Meinungsverschiedenheiten wegen der Zugehörigkeit einiger der formal unabhängigen Fürstentümer. Während diese Streitfrage in einigen Fällen mit politischen und in anderen mit militärischen Mitteln eindeutig entschieden wurde, kam es in Kaschmir zu keiner Lösung. Das Fürstentum, dessen Untertanen überwiegend Muslime waren, hatte sich zwar in Person seines Hindufürsten, des Maharaja Hari Singh, für den Anschluss an Indien entschieden, aber diese Entscheidung wurde von Pakistan und verschiedenen, vor allem islamischen politischen Kräften in Kaschmir nicht akzeptiert. Darüber kam es 1947–49 und 1965 zwischen Indien und Pakistan zum Krieg. Streitigkeiten über die koloniale Grenzziehung brachten einen Teil des ehemaligen Fürstentums auch unter die Kontrolle Chinas, sodass im Ergebnis Indien etwa 45 Prozent, Pakistan 35 Prozent und China 20 Prozent des Territoriums kontrollieren.

Schlagworte


Indien; Regionaler internationaler Konflikt; Pakistan; Konfliktkonstellation; Konfliktverlauf; Kaschmir; Jammu and Kashmir; Kashmir (Pakistan); Kalter Krieg (Ost-West-Konflikt); Innenpolitische Lage/Entwicklung

Volltext:

PDF



DOI: http://dx.doi.org/10.11588/ijb.2000.0.1206

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-ijb-12067

Refbacks

  • Im Moment gibt es keine Refbacks


Copyright (c) 2000 Dietrich Reetz

ISSN: 2511-4514 (Internet)

ISSN: 1436-1841 (Druck)