Die indische Innenpolitik im Berichtsjahr

Joachim Betz

Abstract


Innenpolitisch verlief das Jahr 2002 (bis einschließlich Februar 2003) vergleichsweise stürmisch. Der Beginn war geprägt von blutigen, kommunalen Auseinandersetzungen zwischen organisierten Moslem- und Hindugruppen in Gujarat. Wie immer waren davon hauptsächlich Unschuldige betroffen, wie immer traten über diesen Ereignissen die eigentlichen Probleme guter Regierungsführung in den Hintergrund. Die Ausschreitungen gegenüber den Muslimen trugen immerhin dazu bei, dass die Regierung die Radikalen bei der schon Jahre schwelenden Frage des Tempelbaus dämpfte. Dies vertiefte freilich den Graben zwischen der hauptsächlichen Regierungspartei BJP (Bharatiya Janata Party) und ihren Vorfeldorganisationen. Die nachhaltige Schwächung der Regierungskoalition wurde erst durch den triumphalen Wahlsieg der BJP in Gujarat überwunden, der einer bewussten Polarisierung der kommunalen Gegensätze zu verdanken war. Er gab nicht nur der BJP Anlass, ihre bisherige politische Mäßigung zu überdenken, sondern brachte auch die oppositionelle Kongresspartei in Zugzwang und dämpfte deren Selbstbewusstsein hinsichtlich der Unterhauswahlen im Jahr 2004 erheblich.

Schlagworte


Indien; Innenpolitik; Innenpolitische Lage/Entwicklung; Innenpolitischer Konflikt; Gujarat; Religiös motivierte Gewaltanwendung; Indien (Nordosten); Jammu and Kashmir; Separatismus; Wahl/Abstimmung; Regierung; Amtswechsel/Revirement; Regierungsumbildung

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DOI: http://dx.doi.org/10.11588/ijb.2003.0.1298

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-ijb-12980

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