Die innenpolitische Entwicklung im Berichtsjahr

Joachim Betz

Abstract


Innenpolitisch war Indien im Jahr 2003 zunächst geprägt von den Nachwirkungen des Wahlsieges der regierenden BJP in Gujarat unter ihrem lokalen Chefminister Narendra Modi. Dieser hatte mit einem ausgesprochen „kommunalen“ Wahlkampf einen spektakulären Sieg errungen. Ausfluss dieses Sieges war zunächst, dass sich Premierminister Vajpayee wieder deutlicher als Anhänger der Hinduideologie („Hindutva“) zu profilieren suchte, die Bewegung zur Errichtung eines Hindutempels in Ayodhya als Ausdruck nationaler Gefühle bezeichnete und die muslimische Gemeine beschuldigte, sie hätten das letztjährige Massaker an Hindupilgern auf einer Bahnstation in Gujarat nicht gebührend verurteilt. Um die Wogen zu glätten, zeigte sich der Premierminister in seiner Neujahrsbotschaft bemüht, seine säkulare Grundüberzeugung zu bekräftigen. Die Partei zog aber aus dem Wahlsieg bei ihrem Konklave Ende Januar den Schluss, dass nun Hindutva (nach dem Muster von Gujarat) und nicht das Koalitionsprogramm der Zentralregierung Wahlplattform für die kommenden Landtagswahlen sein müsse.

Schlagworte


Indien; Gujarat; Wahl/Abstimmung; Regionalwahl; Wirkung/Auswirkung; Innenpolitik; Innenpolitische Lage/Entwicklung; Politische Partei; Himalaya-Region; Kaschmir; Uttar Pradesh; Tempel; Ayodhya; Religiöser Konflikt; Indian People's Party

Volltext:

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DOI: http://dx.doi.org/10.11588/ijb.2004.0.1341

URN (PDF): http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:16-ijb-13419

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