Die Anti-Indira Wahlen in India

  • Eckehard Kulke (Autor/in)

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Abstract

Wer geglaubt hatte, daß die 'größte Demokratie' der Welt seit 1975 endgültig in das Fahrwasser autoritärer Regime abgeglitten sei, sah sich mit der Ankündigung von Parlamentswahlen durch Indira Gandhi am 18.Januar 1977 eines Besseren belehrt. Nach der allgemeinen Verblüffung erhob sich sogleich die Frage, ob Indira Gandhi allen Kassandrarufen zum Trotz letzten Endes doch den demokratischen Traditionen und Spielregeln Indiens verpflichtet sei oder ob sie nur einen günstigen Moment ausnutzen wollte, um aus einem Legitimationsdefizit heraus ihre selbstherrliche Macht demokratisch zu verbrämen und durch Wahlen zusätzlich zu festigen. Bei dieser Frage scheiden sich heute noch die Geister. Daß Indira Gandhi und die von ihr dominierte Congress-Partei diese vorzeitig ausgerufenen Wahlen überlegen gewinnen würde, daran hatten Sympathisanten wie Gegner der indischen Ministerpräsidentin von Anbeginn keinen Zweifel. Welche Gründe mögen nun Indira Gandhi und ihre Ratgeber bewogen haben, zu diesem Zeitpunkt völlig überraschend die Abhaltung der Wahlen zu veranlassen?

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Veröffentlicht
2018-02-12
Sprache
de