Editorial

  • Pierre Gottschlich (Autor/in)

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Abstract

Die nationalen Parlamentswahlen waren ohne Zweifel das wichtigste Ereignis in Indien im Jahr 2014. Das unerwartet deutliche Wahlergebnis und der Machtwechsel könnten eine Zäsur in der neueren indischen Geschichte markieren. Der klare Sieg der hindu-nationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP) und ihre absolute Mehrheit im Unterhaus sind Resultate, welche die meisten Experten angesichts der weitgehend fragmentierten indischen Parteienlandschaft für nahezu ausgeschlossen gehalten hatten. Zu verdanken hat die BJP diesen Erfolg vor allem ihrem Spitzenkandidaten Narendra Modi, der aber nicht nur im eigenen Land höchst umstritten war und ist. Noch vor wenigen Jahren war über Modi aufgrund seiner unklaren Rolle während antimuslimischer Ausschreitungen in seiner Zeit als Minister-präsident des indischen Bundeslandes Gujarat ein Einreiseverbot in die USA und mehrere europäische Staaten verhängt worden. Nun ist er Hoffnungs-träger für Hunderte Millionen Inder, die sich von dem neuen Premier-minister ein wirtschaftliches Vorankommen und eine korruptionsfreie Re-gierungsführung versprechen – dafür haben sie ihn mit dem stärksten Mandat eines indischen Politikers seit 30 Jahren ausgestattet.

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