Japan - konkrete Fremde. Eine Kritik der Modalitäten europäischer Erfahrung von Fremde

  • Dietrich Krusche (Autor/in)

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Abstract

Europas Verhältnis zu außereuropäischer Fremde ist immer noch von den Erfahrungen der Epoche des Kolonialismus geprägt: der selbstauferlegte Zwang zur machtpolitisch-wirtschaftlichen Dominanz in der Welt hat das Offensein für geschichtlich gewachsene Fremde gestört. (Das gleiche gilt für die USA spätestens seit dem Zweiten Weltkrieg.) Fremde wird, soweit irgend möglich, als bloße Modifikation des Eigenen vereinnahmt, das heißt unvermeidlich: als Weniger-als-das-Eigene entwertet. Dabei ist das Interesse an Fremdem durchaus nicht geringer geworden: es wird gesucht als Möglichkeit, sich der eigenen Überlegenheit bewußt zu werden — und sei’s auf die subtile Weise einer selbstgefälligen Wissenschaftlichkeit, die fertige Kategorien zu besitzen glaubt, denen jede geschichtliche Andersheit, wo und wie sie sich auch zeigen möge, zu subsumieren sei.

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Veröffentlicht
2018-02-28
Sprache
de