Publizistik in der Entwicklungsdemokratie - Situation und Probleme der modernen indischen Presse

  • Hansjürgen Koschwitz (Autor/in)

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Abstract

Indien, sich selbst als die größte Demokratie der Welt sehend, gehört zu den relativ wenigen Ländern der „Dritten Welt“, die nach ihrer Entkolonialisierung und nationalen Emanzipation beim Aufbau ihres politischen Systems in den wesentlichen Zügen die Struktur des parlamentarischen Verfassungsstaates übernommen haben. Ist für einen erheblichen Teil der noch nicht hochindustrialisierten und um Ausbildung einer breiteren „politischen Kultur“ bemühten Länder der — allerdings sehr unterschiedlich ausgeprägte — Typus der Entwicklungsdiktatur kennzeichnend geworden, so hat Indien demgegenüber seine führende Rolle als Modell einer Entwicklungsdemokratie bewahren können und zugleich ein erstaunliches Maß an innenpolitischer Stabilität bewiesen. Dies muß um so stärker ins Gewicht fallen, als Indien das volkreichste Land der „Dritten Welt“ ist und neben den sich daraus ergebenden gravierenden wirtschaftlichen wie sozialen Problemen auch ernste außenpolitische Krisen (Grenzstreit mit China, Pakistankonflikte) zu lösen hatte. Die relative Stabilität des Landes resultiert wesentlich aus dem innenpolitisch unangefochtenen Prestige der einzelnen politischen Führer (J. Nehru, I. Gandhi) sowie der meist sicheren Zweidrittelmehrheit der Regierungspartei (Kongreß-Partei) im Parlament, durch die es gelang, ernstere innerstaatliche Krisen abzuwehren, andererseits die Durchführung langfristiger Reformprogramme voranzutreiben. Besonders nach dem Wahlsieg Indira Gandhis im Jahre 1971 hat sich hierbei eine stärkere Hinwendung zum Staatssoziälismus abgezeichnet, der jedoch nicht gewaltsame oder doktrinäre Tendenzen offenbart wie in den marxistisch orientierten Staaten.

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Veröffentlicht
2018-03-02
Sprache
de