Die Wahlen in Jammu und Kaschmir von 2002

  • Dietmar Rothermund (Autor/in)

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Abstract

Der Kaschmirkonflikt ist seit 1947 ein Dauerbrenner. Die Bedeutung der jüngsten Wahlen ist nur vor dem Hintergrund der Geschichte dieses Konflikts zu verstehen. Indien und Pakistan haben in mehreren Kriegen um dieses Territorium gekämpft. Seit diese beiden Länder 1998 Atommächte wurden, ist dieser Krisenherd noch gefährlicher geworden. Nie haben sich zwei verfeindete Atommächte buchstäblich so „nahe gestanden“ wie Indien und Pakistan. Bei diesem Konflikt geht es nicht einfach nur um ein Territorium, sondern um die Grundprinzipien beider Staaten. Indien betrachtet sich als säkularer Staat, in dem verschiedene Religionsgemeinschaften miteinander leben. Das ist nicht ein Prinzip, das um seiner selbst willen betont wird, sondern eine zwingende Notwendigkeit, denn die Teilung Britisch-Indiens hinterließ eine große, in der Diaspora lebende muslimische Minderheit in Indien, deren Bevölkerungszahl jetzt etwa genauso groß ist wie die des gegenwärtigen Pakistan. Eine Vertreibung dieser Minderheit würde zu einem gewaltigen Völkermord führen. Das Pogrom in Gujarat im Frühjahr 2002, bei dem Tausende indischer Muslime den Tod fanden, hat gezeigt, dass Völkermord in Indien durchaus eine ernsthafte Bedrohung ist.

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Veröffentlicht
2017-04-06
Sprache
de
Beitragende/r oder Sponsor
GIGA
Schlagworte
Kaschmir; Indien; Pakistan; Geschichte; Krieg; Krieg zwischen Indien und Pakistan 01. (1947-1949); Krieg zwischen Indien und Pakistan 02. (1965); Verhältnis Zentralregierung - Region; Terroranschlag; Terrorismus; Jammu and Kashmir; Ethnische Schichtung