Neues Kino aus den Philippinen

  • Tilman Baumgärtel (Autor/in)

Identifier (Artikel)

Abstract

Marlon Riveras »The Woman in the Septic Tank« ist ein boshafter Film. Und – für eine philippinische Indie-Produktion – auch ein ziemlich erfolgreicher. Bingbong (JM de Guzman), Rainier (Kean Cipriano) und Joycelyn (Cai Cortez) sind drei Möchtegern-Filmemacher, die einen Oscar-verdächtigen Film drehen wollen. Der Film folgt ihnen einen Tag lang, bei den Versuchen, ihren Ideen ihrer Realisierung näher zu bringen und reiht dabei eine Serie von sketch-artigen Szenen aneinander, die einige der Eigenheiten der philippinischen Indie-Filme sehr schön auf den Punkt bringen: Die Klischees und Manierismen der Independent-Produktionen aus den Philippinen, ihr Kleben an einem inzwischen etwas muffig gewordenen Realismus-Konzept. Die langen Einstellungen und mit wackeliger Handkamera aufgenommenen Plansequenzen. Die Fetischisierung von Ghetto-Themen durch Filmemacher, die in der Regel aus der Upper Class stammen. Der Neid unter den Filmemachern und ihre Fixierung auf Erfolge bei westlichen Filmfestivals. Die blasierten philippinischen Stars, für die eine Rolle in einem billigen Indie-Film inzwischen jedoch zu einem Statussymbol geworden ist

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Veröffentlicht
2018-12-17
Sprache
de